Skip to main content

Der Wechsel der eigenen IT-Infrastruktur zu einem Colocationdienstleister ist eine attraktive Alternative

Wolfgang Heinhaus

Die eigenen Rechenzentren in vielen Unternehmen sind in die Jahre gekommen. Durch die Virtualisierung auf allen Ebenen und einer damit möglichen reduzierten Anzahl von physikalischen Infrastrukturkomponenten wurde zwischenzeitlich für Entlastung gesorgt. Durch Big Data und die digitale Transformation müssen aber immer größere Datenmengen gespeichert und verarbeitet werden – die Folge: Rechenzentren kommen wieder häufig an ihre Kapazitätsgrenzen (Platz, Stromversorgung, Kühlung, Security etc.). Infolgedessen muss verstärkt über eine Ertüchtigung oder einen Neubau von Rechenzentren nachgedacht werden. In den meisten Fällen ist allerdings ein Housing- bzw. Colocationansatz wirtschaftlich sinnvoller und schneller umzusetzen. Darüber hinaus wird es in zunehmendem Maße schwieriger, die vom Gesetzgeber verordneten sowie eigenen strengen Complianceanforderungen einzuhalten. Viele Unternehmen stellen deshalb Überlegungen an, ihre IT-Infrastruktur ganz oder teilweise zu einem Colocationdienstleister zu verlagern, andere haben es bereits umgesetzt. Die Nachfrage nach Colocationflächen ist ungebrochen, das Flächenangebot wird in den nächsten Jahren jährlich um 15 Prozent zunehmen. Die Colocationanbieter aller Größenordnungen reagieren auf den Bedarf, erhöhen ihre Kapazitäten und bauen weitere Datacenter.

Colocation und seine Vorteile

Colocation bzw. Housing ist der Begriff für die Unterbringung von kundeneigenen IT-Systemen wie Servern und Speichersystemen im Rechenzentrum eines Dienstleisters. Der Dienstleister stellt die erforderlichen Flächen und Racks für die Unterbringung der IT-Infrastruktur und den LAN-Anschluss zur Verfügung. Ein großes Angebot an Konnektivitäten zu zahlreichen Carriern, Internetaustauschknoten sowie Direktverbindungen zu den Hyperscalern erleichtern dem Anwender die kurzfristige Herstellung von Verbindungen.

Die Anbieter bieten ein hohes Maß an Sicherheit in Ihren zertifizierten Gebäuden, was in eigenen Datacentern nur mit großem Aufwand und zu hohen Kosten erreicht werden kann. Klimatisierung, redundante Stromzufuhr von getrennten Umspannwerken, eine mehrfach abgesicherte unterbrechungsfreie Stromversorgung, redundante Netzersatzanlagen, zentrale Löschanlagen sowie eine Videoüberwachung gehören zur Standardausstattung eines Rechenzentrums und sorgen für eine hohe Verfügbarkeit. Qualifiziertes Personal überwacht die Systeme und behebt auftretende Probleme rund um die Uhr. Mit dem Dienstleister können umfangreiche Remote Hands bzw. SLAs vereinbart werden, die für einen reibungslosen Betriebsablauf sorgen und den Kunden von Routineaufgaben entlasten.

Es werden Racks für einzelne Systeme, Cages als eigener abgetrennter Bereich bis hin zu Suites (Rechenzentrum im Rechenzentrum) angeboten. Flächenerweiterungen bei Ausdehnung der eigenen IT-Infrastruktur sind meist kein Problem. Die Anbieter verfügen in der Regel über ausreichende Reserveflächen. Der Zugang wird mit einer aufgezeichneten Zutrittskontrolle gesichert.

Der Betrieb kann weiterhin von den eigenen Administratoren ausgeführt werden. Anbieter offerieren auch Dienste, womit den Kunden vereinbarte Routineaufgaben abgenommen werden können wie beispielsweise die Datensicherung, Patches einspielen, Hardware austauschen, Servererweiterungen sowie die Bereitstellung von Speicherkapazitäten. Zahlreiche Dienstleister übernehmen auch den kompletten Betrieb der IT-Infrastruktur als Managed Infrastructure Service bis hin zur Überwachung der Applikationen.

ISG Information Services Group und Experton Group vollenden Integration

Nach der im März 2016 erfolgten Akquisition vollenden ISG Information Services Group und die Experton Group nun ihre Verschmelzung zum 1. August 2017. An diesem Tag vollzieht das Unternehmen die komplette rechtliche Integration. Damit tritt die Experton Group ab sofort vollständig unter dem Namen von ISG auf. Die ehemaligen Experton Vendor Benchmarks wurden bereits im März 2017 in „ISG Provider Lens“ umbenannt und informieren auch in Zukunft Unternehmen, Serviceanbieter sowie andere Interessenten in gewohnter Weise und gewohntem Umfang über Marktentwicklungen in Deutschland und der Schweiz.

Das bisherige Team und Portfolio der Experton Group gehen als DACH-Einheit in die weltweite Service Line „Research“ von ISG über. Entsprechend übernimmt Jürgen Brettel als bisheriger Vorstandsvorsitzender der Experton Group AG nun als neuer Partner ISG Research die Leitung der ISG-Service Lines „Research“ sowie „Provider Services“ in der Region DACH. Die Integration des ehemaligen Experton-Group-Teams und -Portfolios erfolgte bereits in den vergangenen Monaten und wird mit der legalen Integration von ISG und Experton Group nun abgeschlossen [weitere Infos hier].