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Welche Vorteile bieten Software Defined Datacenter?

Wolfgang Heinhaus

Viele Unternehmen sehen in der Digitalisierung eine Chance, mit ihrer IT schnell auf Markt- und Kundenanforderungen reagieren zu können. Ein modernes Rechenzentrum ist die Basis, um digitale Services bereitzustellen. Traditionelle Datacenter können diese Anforderung nur schwer oder gar nicht erfüllen. Gründe dafür gibt es einige: Oft laufen Applikationen auf spezieller Hardware; die IT Landschaft ist unflexibel und lässt keine schnellen Änderungen zu, die von den Fachabteilungen verlangt werden; Anpassungen an bestehende Systemen sind oft sehr zeitraubend.

Umfassender Ansatz bringt Vorteile

Software Defined Datacenters (SDDC) sind auf den Vormarsch. Nach der Server-, Storage- und Netzwerkvirtualisierung bahnt sich nun die SDDC-Welle an, die vollständige Virtualisierung der IT Infrastruktur. Unter SDDC wird verstanden, dass die IT-Infrastruktur vollständig virtualisiert wird und von der physischen Hardware entkoppelt ist. Es umfasst die Virtualisierung der Server (Software Defined Computing), der Storages (Software Defined Storage) und des Netzwerks (Software Defined Networking) sowie die Integration von Sicherheitssystemen. Das Ergebnis ist eine bessere Auslastung der vorhandenen Ressourcen. Die Bereitstellung, Konfiguration und der Betrieb werden durch eine zentrale, übergeordnete Software gesteuert, überwacht und automatisiert. Die Komplexität der IT-Infrastruktur wird reduziert, das vereinfacht die Verwaltung und verringert die Kosten. Der Aufwand durch den Administrator verringert sich spürbar, neue Services können schnell bereitgestellt werden. Hardwarebasierte Änderungen dauern bisher oft Tage oder Wochen; SDDC-Umgebungen benötigen dazu nur wenige Minuten. Durch die Abstraktion von Servern (Speicher, CPU), Storage, Netzwerk und Sicherheit wird eine enorme Flexibilität und Skalierbarkeit erreicht und die Prozesse vereinfacht. Ein weiterer Vorteil ist die erhöhte Ausfallsicherheit: Fällt eine Hardware aus, so wird der Datenverkehr automatisch auf einen anderen Server verlagert. SDDC ermöglicht die Wahlfreiheit, Workloads auf internen privaten Clouds oder in gesicherten Public Clouds zu betreiben. Durch die Flexibilität und Automatisierung kann schnell auf geänderte Marktanforderungen reagiert werden, Lastspitzen werden effizient abgefangen. SDDC bietet zudem den Vorteil, das gesamte Rechenzentrum mit einer Software von einer Konsole zu steuern zu können, was den Betrieb weiter vereinfacht.

SDDC wird an Fahrt zunehmen

SDDC ist die Weiterentwicklung der Virtualisierungstrends, um mehr Flexibilität, Vereinfachung der Administration und Reduzierung der Kosten zu erzielen. Die einzelnen Virtualisierungen sind von vielen Unternehmen bereits umgesetzt worden. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen haben ihre Serverlandschaft bereits ganz oder teilweise virtualisiert. Auch die Storagevirtualisierung ist eine gängige Lösung, um Daten auf physischen Systemen zu speichern; die Software steuert dabei, wo sie gespeichert werden. Software Defined Networking ist eine Technologie, die bereits seit mehreren Jahren verfügbar und ausgereift ist, von den Endanwendern jedoch noch zögernd angenommen wird. Ein möglicher Grund wird sein, dass die Netzwerkkomponenten von den Anwendern länger genutzt werden als die Server- und Storagesysteme. Es ist jedoch zu erwarten, dass durch die Digitalisierungsanstrengungen SDDC an Fahrt zunehmen wird.