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Windows 10 Mobile ist tot – Zeit für Fokus auf Mobile Office

Dr. Henning Dransfeld

Dr. Henning DransfeldJoe Belfiore, Corporate Vice President bei Microsoft, hat am 10. Oktober 2017 angekündigt, dass die Weiterentwicklung von Windows 10 Mobile gestoppt wird. Der Kundensupport soll allerdings fortgesetzt werden. Für Geschäftskunden besteht daher noch keine Befürchtung, dass die verbleibenden Windows 10-Geräte ausgetauscht werden müssen.

Es ist nicht die größte Überraschung, dass Microsoft sich nun endgültig von der dritten vertikalen Mobile-Enterprise-Plattform nach iOS und Android verabschiedet hat. Der Tod auf Raten war bereits vorprogrammiert. Spätestens nachdem die Smartphone-Sparte Windows Phone letztes Jahr mit sehr geringen einstelligen Marktanteilen eingestellt wurde.

Der Hauptgrund für den Misserfolg der defizitären Sparte wird dem Manko an Entwicklern zugeschrieben, die bereit waren, die passenden Anwendungen zu schreiben. Während um Google Android und iOS in der letzten Dekade ein Goldrausch stattfand, gab es wenige, die bereit waren, für Microsoft-Anwendungen zu bezahlen. Weder Endkunden noch Unternehmen. Die Entwickler wendeten eher die 80/20-Regel an, um Nutzer auf den beiden populären Plattformen zu erreichen. Dieser Punkt birgt eine gewisse Ironie – war es doch dereinst die Kombination aus Betriebssystem und den richtigen Anwendungen wie Word, Excel und PowerPoint, die Microsoft zum Softwaregiganten gemacht hat.

Die Strategie, mobile Microsoft-Anwendungen auch für andere Betriebssysteme verfügbar zu machen, um die Nutzerbasis zu erweitern, ist sicherlich begrüßenswert. Doch vielleicht sollte sich das Unternehmen aus Redmont noch etwas stärker auf seine Kernkompetenzen besinnen. Word, Excel und PowerPoint sind heute noch die am häufigsten genutzten Office-Anwendungen. Sie sind immer noch der Grund, warum Tablets Laptops nicht ersetzen. Mit der Popularität von Office 365 erweitern sich zwar mobile Zugriffsmöglichkeiten auf Dokumente und Spreadsheets. Doch die Bearbeitungsmöglichkeiten über Tablets und mobile Endgeräte sind noch immer limitiert. Noch gibt es kaum vollwertige Alternativen zu Office-Programmen. Nur, im mobilen Umfeld sind andere Verarbeitungsmechanismen populärer. Programme wie Evernote, gekoppelt mit Spracheingabe über Siri oder Alexa, bieten langsam Alternativen. Wenn Microsoft diesen Zug verpasst steht mehr auf dem Spiel als ein Sub-Markt der schon lange abgeschrieben war.