ISG Provider Lens Germany 2017 - Cloud Transformation/Operation Services & XaaS

Studie

Mit dem Anbietervergleich „Cloud Transformation/Operation Services & XaaS ISG Vendor Benchmark 2017“ liefert die ISG in der mittlerweile 8. Auflage den CIOs und IT-Managern konkrete Unterstützung bei der Evaluierung und Auswahl der für ihr Unternehmen geeigneten Cloud-Vendoren bzw. -Provider.

Die Studie gibt CIOs, IT-Managern und Pressevertretern auch 2017 einen detaillierten und differenzierten Überblick zu den wichtigsten Cloud-Anbietern im deutschsprachigen Markt. Zudem werden Pressevertretern ausgewählte Ergebnisse der Benchmark-Studie für deren Publikationen zur Verfügung gestellt.

Die Studie umfasst zwölf Marktkategorien für Deutschland sowie sechs Marktkategorien für die Schweiz, und bewertet über 150 relevante Anbieter. Somit verschafft die Studie Entscheidern einen Überblick über die wichtigsten Trends und die bedeutenden Anbieter rund um das Thema Cloud Computing in Deutschland.   

Weitere Informationen zur Studie können Sie durch klicken auf folgende Grafiken erhalten:

   

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Definitionen der Marktkategorien

Auf dieser Seite finden Sie die detaillierten Definitionen der im Cloud Transformation/Operation Services & XaaS ISG Vendor Benchmark 2017 bewerteten Marktkategorien.

Deutschland

Schweiz

Cloud Transformation (Consulting & Integration)

Im Segment der Cloud Transformation zählt der integrierte Ansatz von Consulting und Integration. Obwohl viele Integratoren noch stark auf die Technik und auf das Zusammenspiel von Komponenten abstellen, wiegt die Beratung als vorgelagertes Element immer schwerer. Die Herausforderung liegt in der Betrachtung der verschiedenen Facetten, die übergeordnete Interessen, Anwender- und Anbieterinteressen umfassen. Dazu zählen neben technischen Herausforderungen der Infrastrukturmodernisierung immer häufiger auch das Aufspüren neuer Geschäftsmodelle dank Agilität und auch das Verständnis von Informationssicherheit und Datenschutz bzw. Compliance entlang verschiedener Betriebsmodelle. Darüber hinaus sind Data Center Security Services im Kontext Cloud eine bedeutende Teildisziplin, ebenso wie Beratungs- und Integrationskompetenzen zu Big Data und Analytics. Cloud-Transformationsanbieter nutzen die Cloud zunehmend als strategische Plattform, um ihren Kunden den Weg hin zu neuen Analytics-getriebenen Lösungen und Geschäftsmodellen zu ebnen und müssen dabei gleichzeitig auch höchsten Sicherheitsanforderungen der Kunden jederzeit gerecht werden. Eine ausgewogene Balance von Beratungs- und Integrationsfähigkeiten rund um branchenspezifische Prozesse, Cloud-Technologien, Cloud Security und Analytics aus der Cloud ist hierbei von zentraler Bedeutung.

Operations - Managed Services - Midmarket

Wie die ISG in ihren Beratungsmandaten vermehrt festgestellt hat, sind die mittelständischen Unternehmen vor Herausforderungen gestellt (z.B. Flexibilität und Kosten), für die als Lösung Cloud Services geeignet wären. Aufgrund unterschiedlicher Anforderungen hinsichtlich der Workloads in Bezug auf Leistungsfähigkeit und Datenschutz sind zumeist hybride Modelle dabei besonders geeignet. Allerdings fehlt den mittelständischen Firmen meist Zeit und Know-how, um eine Hybrid-Lösung selbst zu betreiben. Diese Aufgabe können Managed Services Provider übernehmen.

Managed Services Provider (MSP) sind unabhängige Dienstleister, die das Management von Personen und vor allem moderner Cloud-Infrastrukturen und die Koordination sämtlicher flexibler Personalbedarfe eines Unternehmens übernehmen. Dabei ist der MSP in der Pflicht, den Kunden mit qualifiziertem Personal zu versorgen und ein auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittenes Lieferantenportfolio vorzuhalten. Ein MSP ist somit das Bindeglied zwischen seinem Kunden und dem Cloud Provider, sofern die Dienstleistung nicht auf eigenen Ressourcen bzw. Rechenzentrumsleistungen basiert. Beim Management hybrider Cloud-Infrastrukturen kann der MSP also Cloud Services von Drittanbietern (z.B. AWS oder Microsoft) miteinander kombinieren und ggf. auch eigene Cloud-Leistungen einbringen.

Leistungen werden über einen Rahmenvertrag bereitgestellt und führen auf Kundenseite dazu, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und eine Leistungs- und Qualitätssteigerung bei Kosteneinsparungen bewirken zu können. Für Kunden ergibt sich ein reduzierter administrativer Aufwand durch Dienstleisterkoordination und konsolidierte Rechnungsstellung.

IaaS - (Self Service) Public Cloud

IaaS als Public Cloud-Infrastruktur, mit Rechenleistung und Speicherressourcen auf Knopfdruck, wächst von derzeit 600 Mio. Euro bis 2019 auf knapp 2 Mrd. Euro an. Im Schnitt verzeichnet der Infrastruktur-Markt aus der Public Cloud ein hohes durchschnittliches Jahreswachstum von mehr als 30%. Public-Storage-Angebote als Reaktion auf Kundennachfragen, losgelöst von purer Rechenleistung, beflügeln diese Entwicklung zusätzlich. Im Kern bestehen Angebote primär aus verschiedenen Facetten von Compute Power (CPU/h) sowie Block- und Object-Storage-Ressourcen in Abhängigkeit vom antizipierten Lastaufkommen. Auf Basis hochgradiger Standardisierung und technologischer Reife wird eine maximale Elastizität geboten, um Peaks (Lastspitzen) ohne Verzögerung zu glätten.

IaaS Public Self Service Cloud steht für die Bereitstellung von IT-Infrastruktur-Komponenten als On-Demand Cloud Service. Häufig wird diese Art der Cloud-Ressourcen in Form von virtuellen Netzwerken und Servern inkl. Speicherkontingenten genutzt und via System bzw. Cloud Management Tools verwaltet. Im Betriebsmodell „Public Cloud“ greifen Unternehmen auf hochstandardisierte Cloud-Infrastrukturen und -Services zu. Der Zugang erfolgt meist über das öffentliche Internet über passwort-geschützte Dashboards oder auch via Code.

Die Konfiguration der gewünschten Ressourcen und Services erfolgt in der Regel durch den Kunden über ein Self Service-Portal. Die physikalische Infrastruktur (Server, Storage, Netzwerk-Equipment, RZ-Infrastruktur) ist Eigentum des Cloud-Anbieters und wird von diesem betrieben.

Eine Abrechnung erfolgt nutzungsabhängig nach den in Anspruch genommenen Leistungseinheiten, die nach verschiedenen Parametern bzw. zumeist in stunden- oder minutengenauer Taktung berechnet werden. In einigen Fällen können auch monatliche Abrechnungszyklen mit Verträgen von bis zu 36 Monaten zu günstigeren Konditionen und mit reservierten Compute Power und Storage-Kontingenten vereinbart werden.

Um IaaS im Self Service Public-Modell überhaupt anbieten zu können, müssen die Cloud Service Provider eine Reihe wesentlicher Anforderungen erfüllen. So ist ein hoher Automatisierungsgrad bei den Buchungs-, Provisionierungs- und Change-Management-Prozessen unerlässlich. Auch sollten die Support- und Serviceprozesse entsprechend automatisiert ablaufen, um auf Anfragen bzw. Neukonfigurationen der Kunden schnell reagieren zu können.

Die neben dem Self Service-Charakter zentrale Anforderung an die Anbieter von Self Service Public Cloud IaaS – und somit ein zentrales Bewertungskriterium im Rahmen der Studie – ist die Skalierungsfähigkeit der gesamten Infrastrukturplattform. Denn nur, wenn Kunden ihre Anwendung innerhalb kürzester Zeit bzw. automatisiert auf mehrere oder mehrere hundert Systeme skalieren können, ergibt das Self Service Public-Cloud-Modell überhaupt einen Sinn. So ist evident, dass erhebliche Investitionen in den Ausbau eigener Rechenzentrumsinfrastrukturen notwendig sind, um eine entsprechende Skalierbarkeit zu ermöglichen, zumal auch temporäre Leistungsengpässe die Stabilität der gesamten IaaS-Plattform gefährden können. Anbieter von Self Service Public Cloud IaaS müssen daher auch entsprechende Puffer bei der Planung ihrer Server-, Storage- und Netzwerkinfrastrukturen mit einplanen sowie über ein exzellentes Know-how im Bereich Traffic Management und Load Balancing verfügen.

IaaS - Enterprise Cloud

Die Enterprise Cloud stellt Cloud-Infrastruktur-Ressourcen aus den Händen professioneller Dienstleister in Form von virtuellen Netzwerken und Servern inkl. Speicherkontingenten zur Verfügung. Diese werden via System bzw. Cloud Management Tools seitens der Provider betrieben und orchestriert.

Solche Angebote und Plattformen bieten Kunden immer häufiger Self Service-Ressourcen im Rahmen zuvor individuell abgestimmten Service Level Agreements (SLAs), um eine ausreichende Flexibilität, Elastizität und Qualität zu garantieren. Die Sicherheit wird über virtuell getrennte Multi-Mandanten-Systeme, Private IP Subnet-Architekturen und vielen weitere Security-Technologien und auch Mechanismen zur Authentifizierung und Verschlüsselung erreicht. Als Frontend zur Auswahl und dem Bezug der Services dienen Dashboards, die auf modernen Webtechnologien basieren und ebenfalls externe Services auf Basis von Application Programming Interface (API) anbinden.

 Enterprise Cloud Services haben stets einen hohen Anteil Managed Services, der Implementierung und Betrieb umfassen kann. Sie werden vor allem für kritische Workloads auf Kundenseite in Erwägung gezogen. So sind neben den „Functions & Features“ vor allem auch die langfristige Stabilität des Anbieters sowie das Commitment zur Cloud im Rahmen der Unternehmensstrategie und Produktentwicklung (Roadmap) entscheidend für Kunden. Dies lässt sich beispielsweise an den Investitionen in Cloud-Rechenzentren am Standort Deutschland ablesen, aber vor allem auch durch etablierte Public Cloud-Partnerschaften und industriespezifische Zertifizierungen. Im Gegensatz zur dedizierten Private Cloud liegt der Enterprise Cloud stets eine geteilte und somit multimandantenfähige Infrastruktur zugrunde. Abrechnungsmodelle variieren stark von Pay as You Go (PAYG) bis hin zu reservierten Kapazitäten bzw. Kontingenten und Rahmenverträgen über 3 Jahre.

iPaaS - Integration PaaS

iPaaS steht für „Integration Platform as a Service“. Heterogene, Cloud-basierte Anwendungen müssen koordiniert, funktional und datentechnisch ineinander integriert und kontrolliert werden. Dieser Service wird als iPaaS in der Cloud bereitgestellt. Hierbei werden auch Cloud-basierte und On-Premise-Anwendungen & Daten in einem Hybrid Cloud-Modell zusammengeführt. iPaaS bieten vorgefertigte Konnektoren und sind deswegen gegenüber klassischer Middleware meist einfacher, flexibler und kostengünstiger.

Ziel des Einsatzes von iPaaS ist es, schnell und einfach Prozesse für die Integration von Anwendungen und Daten entwickeln und verwalten zu können, auch ohne die IT einbinden zu müssen. In Abgrenzung dazu fokussiert sich eine klassische Middleware auf die Integration von On-Premise-Anwendungen und Daten und bietet eine wesentlich höhere Funktionsvielfalt, allerdings auch gepaart mit einer höheren Komplexität in der Erstellung von Lösungen und der Nutzung im Unternehmen.

Das Umfeld der iPaaS ist noch relativ jung, es sind also unterschiedliche technische Trends der Anbieter erkennbar. Zum einen die Fokussierung auf bestimmte Integrationsbereiche: e-commerce / B2B, Cloud Integration oder Enterprise Service Bus bzw. Serviceorientierte Architekturen. Dem gegenüber stehen Gruppen von mehr oder weniger breit aufgestellten Anbietern, die unterschiedliche Use Cases anbieten, sich auf ihre eigene Anwendungswelt konzentrieren oder sich auf bestimmte Nischen in der Integrationslandschaft spezialisiert haben. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer abzuschätzen, wohin der Markt sich bewegen wird, da die unterschiedlichen Modelle bei den hochkomplexen Anforderungen, die hybride Anwendungslandschaften an iPaaS stellen, alle ihre Berechtigung haben.

aPaaS - Application PaaS

Application Development Platform as a Service aPaaS sind Cloud-basierte Test & Entwicklungsumgebungen (Frameworks) inklusive der zugehörigen Middleware sowie persistenter Ressourcen und Marketplaces.

Die im Rahmen von aPaaS angebotene Tools und Methoden helfen traditionellen ISVs auch, ihre meist monolithisch strukturierten Applikationen Cloud- bzw. zukunftskonform umzubauen. Dabei werden diese z.B. in Microservices überführt, um Geschäftsprozesse schneller und ohne große Programmierkenntnisse in Software abbilden zu können.

Das Abbilden von Geschäftsprozessen in Software-Umgebungen erfordert fast immer Programmierkenntnisse und behindert Unternehmen oft in ihrer Flexibilität und Aktionsfähigkeit. Bei einer aPaaS können Fachabteilungen und Anwender über eine graphische Schnittstelle und innerhalb einer Cloud-Umgebung Geschäftsanwendungen selbst erstellen und betreiben. Über APIs können andere Middleware-Dienste integriert werden, Container kapseln die Anwendungen und Funktionen und erlauben einen plattformunabhängigen Einsatz.

aPaaS macht ca. 80-90% des PaaS-Marktangebots aus und ist für Provider ein Geschäftsfeld mit geringer Marge, solange keine Ökosysteme für den Betrieb der Applikation oder auch Go-to-Market-Programme bereitgestellt werden. Die Angebote im sehr facettenreichen aPaaS-Markt variieren von anfänglich App-zentrierten Services für Test- und Dev-Szenarien auf Basis von Public Clouds bis zu gehosteten Private Cloud-Varianten.

Zwei große Trends bestimmen derzeit den Markt der aPaaS: zum einen die verstärkte Nutzung von Containern wie Docker, um eine große Zahl von Microservice-Instanzen zu bündeln, abzugrenzen und isoliert einzusetzen. Container sind einer der Haupt-Enabler für den steigenden Einsatz von auf Microservices basierende Architekturen. Der zweite große Trend ist im Internet of Things (IoT) begründet: Die steigende Anzahl von Devices verändert die Anforderungen an die Anwendungsentwicklung, immer mehr Anwendungen müssen immer mehr und unterschiedliche Devices unterstützen. Konventionelle Architekturmodelle und Toolboxen müssen hier um- und weiterentwickelt werden, um den Anforderungen an eine eventgetriebene Umgebung mit neuen Datenstrukturen Herr zu werden.

Neben dem Public IaaS (Self Service) Segment zeigt sich auch hier, dass der Markt weiterhin umkämpft ist und sich die Anbieter mit einer klaren Differenzierung gegeneinander schwertun. Dies liegt natürlich weiterhin auch an der Dominanz von Cloud Foundry, dem Open Source Framework, das viele große kommerzielle Cloud-Anbieter auf seiner Seite hat und darüber weiterhin an Gewicht gewinnt.

SaaS - Enterprise Cloud Filesharing

Die Digitalisierung der Geschäftswelt fordert zunehmend den schnellen und nutzerfreundlichen Austausch von Dokumenten, Präsentationen oder Protokollen, der entscheidend für die digitale Zusammenarbeit im täglichen Geschäftsleben geworden ist. Die E-Mail - lange Zeit das meistverwendete Tool hierfür - hat dabei zunehmend ausgedient, da sie zum einen Sicherheitsrisiken birgt und zum anderen wichtige Funktionalitäten wie eine stetige Synchronisierung oder Versionisierung von Dateien vermissen lässt. Etwaige Anforderungsversäumnisse wurden in der Vergangenheit häufig von Mitarbeitern durch Consumer-Varianten von Filesharing-Diensten (Schatten-IT) ausgeglichen, was erhebliche Sicherheitsrisiken für die Unternehmen bedeutete. Daher ist es zunehmend unabdingbar, auf professionelle Cloud-Dienste zurückzugreifen, die die Einfachheit der Consumer-Filesharing-Dienste mit professionellen, Enterprise Compliance-gerechten Sicherheitsmerkmalen verbinden. Der Begriff Enterprise Cloud Filesharing beschreibt dabei eine voll gemanagte und somit SaaS-konforme Storage-Umgebung aus einer Cloud-Umgebung. Der Zugriff erfolgt über Web Dashboards und Client-SW bzw. nativen Apps für den komfortablen Up- und Download von Dateien/Dokumenten. Administratoren haben im Optimalfall ein vollumfängliches Interface inkl. eines Rollen- und Rechte-Managements sowie Log-Files und Historien bzw. Dateiversionsverläufen. Solche Services verbinden Unternehmen, Mitarbeiter, Kunden und Partner miteinander und helfen primär dabei, den Dokumenten- bzw. Dateiaustausch inner- und außerhalb von Unternehmen zu erleichtern. Das Ziel ist die Unterstützung bzw. Optimierung der Produktivität, Effizienz und Innovation – der Fokus liegt hier auf der sicheren, dokumentbasierten Zusammenarbeit. Enterprise Filesharing-Lösungen sind zugleich auch Dateiarchiv. Neben der systematischen Ablage und dem einfachen Teilen von Dokumenten fördern solche Lösungen vor allem auch das ortsunabhängige Arbeiten, indem Dokumente von jedem Ort zu jeder Zeit und im Optimalfall von jedem Endgerät aus benutzt und geteilt werden können.

SaaS - ERP

SaaS - ERP bezieht sich auf die Bereitstellung von Software bzw. Applikationen als wartungsfreie, installations- und updatelose Cloud Services, die beim Service Provider betrieben (Wartung & Support) und abgerechnet werden können. Der Service-Lieferant stellt den Service meist als Webservice über den Web Browser bereit und gewährt nur in seltenen Fällen individuelle und somit anwendungsspezifische Anwendungseinstellungen.

ERP Software soll dazu dienen, die Planung von Unternehmensressourcen und Geschäftsprozessen eines Unternehmens besser und effizienter gestalten zu können. Sämtliche Prozesse eines Unternehmens, über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg, werden hierbei unterstützt. Typischerweise gliedert sich eine ERP-Lösung in folgende Module aus: Marketing, Vertrieb, Einkauf, Fertigung, Personal, Finanz- und Rechnungswesen, Controlling und Stammdatenverwaltung. Cloud ERP-Lösungen sind besonders deshalb für KMU’s (20-999MA) attraktiv, da keine eigene Serverstruktur aufgebaut werden muss und eine komplizierte Lizenzerwerbung durch ein attraktives „Pay-per-Use“-Modell ersetzt wird.

Der Markt für Cloud ERP-Lösungen ist in Deutschland noch nicht allzu stark ausgeprägt – nach wie vor sind Datenschutzbedenken und die Angst davor, seine über Jahre gewachsenen, individuellen Geschäftsprozesse nicht in Standard-Software abdecken zu können, unter den Anwendern weit verbreitet. Dennoch steigen die Nachfrage und das grundsätzliche Interesse an Cloud-Lösungen aufgrund von Kostenersparnissen und Modernisierungsprozessen stetig. Anbieterseitig werden die Lösungen stellenweise stark weiterentwickelt und Datenschutzthematiken entsprechend adressiert, um die Kunden von den eigenen Lösungen zu überzeugen. Der große Durchbruch im Cloud ERP-Markt lässt jedoch auch in diesem Jahr weiter auf sich warten. Im Markt sind etablierte Player ebenso wie junge, innovative Firmen vertreten.

SaaS - CRM

SaaS - CRM bezieht sich auf die Bereitstellung von Software bzw. Applikationen als wartungsfreie, installations- und updatelose Cloud Services, die beim Service Provider betrieben (Wartung & Support) und abgerechnet werden können. Der Servicelieferant stellt den Service meist als Webservice über den Web Browser bereit und gewährt nur in seltenen Fällen individuelle und somit anwendungsspezifische Anwendungseinstellungen. Die zugrundeliegende Cloud-Infrastruktur wie bspw. Netzwerk, Server, Storage und Betriebssysteme sowie Middleware-Komponenten zählen hierbei nicht zu den Komponenten, die ein Anwender verwalten oder gar steuern kann. Der Service wird dabei im Optimalfall nach Nutzung abgerechnet und richtet sich an Endanwender und nicht an IT-Professionals bzw. Dienstleister.

Kundenansprache und vor allen Dingen -bindung nehmen in den Unternehmen einen immer höheren Stellenwert ein, weshalb es von Nöten ist, das CRM-System als ganzheitlichen Ansatz zur Unternehmensführung zu verstehen, um Prozesse in Marketing, Vertrieb und Kundendienst zu fördern. Der allgegenwärtige Zugriff auf Kundendaten – unabhängig von Zeit/Ort und Hardwareressourcen – ist hierbei von besonderer Relevanz. Eine SaaS-Lösung ermöglicht Mitarbeitern außerhalb des Office zu jeder Zeit und mit nahezu jedem Device den mobilen Zugriff auf Kunden- und Kontaktdaten. Dies stellt einen enormen Vorteil gegenüber On-Premise-Lösungen dar. Zusätzlich ergeben sich innerhalb der SaaS-Applikation bislang ohnehin hohe Standardisierungsgrade. Die Add-on Offerings vieler SaaS-Anbieter sorgen dafür, dass auch die zusätzlich benötigten individuellen Anforderungen erfüllt werden können. Neue Trends in Bezug auf Social CRM, also den Einbezug der sozialen Netzwerke als Ansprache- und Kommunikationskanäle, und Big Data innerhalb des CRMs, also der Analyse von unstrukturierten, quantitativen Einzelinformationen zur Gewinnung von qualitativen Entscheidungshilfen, sind bei der Anbieter-Evaluation ebenfalls von Bedeutung.

Der Markt für SaaS-CRM Lösungen weist bereits einen hohen Reifegrad auf und entwickelt sich funktional stetig weiter. Die Nachfrage nach CRM Lösungen aus der Cloud steigt ebenfalls weiter an, da vielerorts aufgrund von geforderten Kosteneinsparungen und Modernisierungsprozessen der Blick vermehrt auf Cloud Lösungen, die ohne horrende IT-Eigenbetriebskosten bezogen werden können, fällt.

SaaS - Unified Communications (UCaaS)

Erstmals bewertet die ISG das Thema Unified Communications (UCaaS) in dieser aktuellen Auflage des Cloud Transformation/Operation Services & XaaS i3 Vendor Benchmark 2017. Im vergangenen Jahr wurde das umfassendere Thema Communication as a Service (CaaS) analysiert. Allerdings bewegt sich der Markt immer stärker in Richtung UC(C)aaS; auch bisherige typische IP-Centrex-Anbieter haben ihr Angebot um Unified Communications ergänzt, um auch Kunden mit anspruchsvolleren Anforderungen an Kommunikation und Zusammenarbeit bedienen zu können.

Kommunikation (und virtuelle Zusammenarbeit) ist ein Thema, das sich besonders gut für den Betrieb in der Cloud eignet. Hierfür sprechen u.a. die Netznähe sowie der hohe Grad der Standardisierung. Entsprechend wird der Markt für UC(C)aaS 2016 in Deutschland um fast 40 % gegenüber dem Vorjahr wachsen. Ein weiterer Treiber ist der 2018 anstehende Abschluss der Umstellung des ISDN- auf das All-IP-Netz. Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen ist angesichts des laufenden Countdowns das Thema Kommunikationslösungen auf die Agenda gerückt. Viele werden sich dabei der neuen Möglichkeiten der Kommunikation und Zusammenarbeit bewusst und der Bezug einer Cloud-Lösung erspart Investitionskosten, die bei einer neuen Telefonanlage fällig wären. Die Umwandlung von Kapital- in Betriebskosten ist vor allem für die häufig kapitalschwachen kleinen und mittelständischen Unternehmen interessant, weshalb das Marktwachstum in diesem Segment besonders stark ist.

SaaS - Human Resources Management

Das Thema Personalwesen betrifft jedes Unternehmen. Entsprechend verbreitet sind diese Lösungen. Gleichzeitig befindet sich das Personalwesen im Wandel; die reine Personalverwaltung ist für aktuelle und zukünftige Herausforderungen nicht mehr ausreichend. Die Anforderungen des Arbeitsmarktes (z.B. stetiges Lernen und Fachkräftemangel) machen es erforderlich, sich auch verstärkt in den Themen Personalentwicklung, und –gewinnung zu engagieren. Entsprechend entwickelt sich auch der Markt für Personalwesen-Software dynamisch weiter, beispielhaft lässt sich das Thema Talent-Management-Lösungen nennen. Unter anderem diese Dynamik mit neuen Funktionen und Lösungen bereitet das Feld für die Nutzung aus der Cloud. Human Resources Management as a Service (HRMaaS) beschreibt cloudbasierte Anwendungen für das Personalwesen. Dies umfasst Funktionen für Personalverwaltung, -führung, -gewinnung, und -weiterentwicklung.